Sprache auswählen

Über Das Rifugio Uccelliera

Das Rifugio liegt inmitten der Toskana in der Nähe des Dorfes Castagneto Carducci und stellt 5 Hektaren Land als Auffangstation und Gnadenhof für exotische Tiere wie Schildkröten, Leguane, Papageien, aber auch Ponys, Esel und Hunde zur Verfügung. Die Hofinhaberin verfügt über drei Zertifikate für die Haltung von Exoten. 

Es ist noch ein weiter Weg, bis das Rifugio als «kleine Aussenstelle» des örtlichen Tierschutzes offiziell anerkannt wird. Das Rifugio ist mit der zuständigen Polizei, dem Veterinärsamt und der Hauptstelle in Rom in Kontakt. Seit 2024 ist die Uccelliera Partnerinund somit Aussenstelle für die Toskana der Tierschutzorganisation SOS Papageien und anderen Exoten mit Sitz in Triest und in Udine.

Aussicht1
Haus2
Aussicht2
rifugio uccelliera2
rifugio uccelliera
Aussicht3

«Es ist ein Schildkrötenparadies! Ich bewundere Ihre Kompetenz und die Liebe, mit der Sie sich um die Tiere kümmern.»

Roberto

Wer steht hinter dem Rifugio Uccelliera?

Das Rifugio wurde von Natalia und Adrian gegründet, fing klein an und wächst weiter. Natalia und Adrian leben auf dem Hof und haben bisher fast alles privat finanziert. Dank Spenden sowie Helferinnen und Helfern kommen immer wieder hier eine Mauer, da ein Stall oder dort ein Gehege dazu.

Die Auffangsstation hat sich bereits herumgesprochen und mittlerweile treffen zu viele Anfragen ein. Leider kann aus finanziellen Gründen nicht jedem Tier ein neues Zuhause geboten werden. Das Rifugio ist für den weiteren Ausbau und den Unterhalt der Tiere auf Spenden angewiesen. Auch bräuchte es dringend freiwillige Helferinnen und Helfer vor Ort, die ihm ein bisschen ihrer Zeit schenken.

Herzlichen Dank für eure Unterstützung, eure Ideen und eure Hilfe!

nat mit hunden
adrian mit esel
adrian mit hunden
IMG 8753
papageien
IMG 7005
IMG 1290
IMG 9265

Weshalb braucht es eine Auffangstation für Exoten in der Toskana?

Auffangstationen und Tierheime sind meist auf Bauernhoftiere, Hunde, Katzen oder Vögel fokussiert. Aber wer kümmert sich in einem Land wie Italien um kranke Schildkröten, ausgesetzte Leguane oder um Aufklärung, wie mit wilden Landschildkröten umzugehen ist?

Reptilien gehören zu der Spezies von Tieren, die in der Regel durch Aussetzung «entsorgt» oder mit unsachgemässer Pflege sich selbst überlassen werden. Für die blinde Landschildkröte oder den grünen Leguan, der ausgesetzt im kalten Herbst auf einem Baum gefunden wurde, gab es bisher weder eine private noch eine durch den Staat finanzierte Auffangstation. In der gesamten Toskana, mit 23’000 km2 Fläche und 3’663’191 Einwohnern, existiert lediglich eine vom WWF getragene Auffangstation – v. a. für Schildkröten, jedoch ausnahmsweise auch für andere Exoten. Deren Grundstück ist laut den Mitarbeitern viel zu klein für all die abgegebenen Tiere und damit platzmässig am Limit. Es gibt ein grundsätzliches Problem mit einheimischen Schildkröten, die alle wieder ausgesetzt werden sollten: Es gibt zu wenige Primärhabitate und der  Staat spricht keine Gelder, um neue Schutzzonen in der Südtoskana einzurichten.

In ganz Italien ist es strengstens verboten, einheimische Landschildkröten privat zuhause zu halten. Trotzdem werden die Tiere oft illegal und unter misslichen Bedingungen gehalten. Allgemein ist das Wissen über Haltung und Ernährung von Schildkröten sehr beschränkt und der damit verbundene Aufwand wird unterschätzt. Oft wird das Tier dem Besitzer nach einer Weile zur Last, wird weiter verschenkt oder einfach in die Natur entlassen, wo es in der Regel kaum eine Überlebenschance hat. 

Das italienische Gesetz verlangt paradoxerweise, dass alle einheimischen Landschildkröten, die von Menschen gefunden werden, immer in die Natur entlassen werden müssen, unabhängig von deren Überlebenschance, ob in Gefangenschaft geboren und aufgewachsen, ob krank oder behindert, ob Rassenmischling (sog. Hybriden) oder nicht. Bei Missachtung des Haltungsverbots drohen mittels Polizeikontrollen hohe Bussen.

In die Natur entlassene Männchen können je nach Zahlenverhältnis für vereinzelt freilebende Weibchen zu einer Bedrohung werden. Freigesetzte Hybride können unter Umständen eine gesamte wilde Population genetisch zerstören.  Deshalb stellt sich die grosse Frage: Wo können Landschildkröten denn überhaupt ausgesetzt werden? Wo finden sie Nahrung, ein geeignetes Mikroklima, Wasser und genügend Sonnen- und Schattenplätze? Um diese Frage kompetent beantworten zu können, müsste man sich an auf Schildkröten spezialisierte Biologen wenden. Doch wer macht das schon?

Für Reptilien gibt es kaum Auffangstationen. Die dem Rifugio bekannten Stationen in Massa (Toskana) und Torino (Piemont) besitzen zudem keine Terrarien. In Italien sind das Wissen und die technischen Bedingungen für eine artgerechte Haltung von Reptilien beschränkt. Oft findet man diese wechselwarmen Tiere in Räumen, die unterbeheizt und unterbelichtet sind. Leguane und Warane brauchen zudem eine spezielle Nahrung, entsprechend zeitintensiv und kostspielig ist deren Haltung.

Papageien werden oft in zu kleinen Käfigen oder sogar ohne Käfig in Wohnzimmern gehalten. Für Flugvolieren fehlen in der Regel Platz und Geld. Meistens entfliehen diese sogenannt «frei gehaltenen» Wohnzimmertiere irgendwann. Eine Überlebenschance im warmen toskanischen Mikroklima gibt es für sie jedoch kaum: In dieser Region gibt es zu viele Falken, Milane und Bussharde, und die Winter sind für exotische Papageien dann zu kalt. Der italienische Staat setzt keine   Ausbildung für die Haltung von Grosspapageien voraus, was eine artgerechte Haltung zusätzlich erschwert.

 

Unser Engagement in 3 Worten

Arterhaltung: der einheimischen Landschildkröten der Testudo Hermanni Hermanni (westliche Unterart)

Aufklärung: Förderung eines Bewusstseins für Natur und Umwelt durch Wissensverbreitung und Schulung mit dem Hauptziel, Kindern und Jugendlichen wichtige Ansätze zur Tierhaltung zu geben. Ob Hund, Katze oder Schildkröte, welches Tier kann man unter welchen Voraussetzungen halten und was es heisst, ein Tier bei sich aufzunehmen, das bis zu 50 oder gar 100 Jahre alt werden kann. Wir bieten einen praktischen Einblick in Equidae- (Pferd, Pony, Esel), Hunde-, Vogel- und Reptilienhaltung für die ganze Familie.

Auffangstation: Errichtung eines Ortes der Akzeptanz für Tiere, die ungewollt sind. Förderung der Empathie für Tiere, die bisher emotional viel zu wenig Beachtung erhalten haben (beispielsweise Echsen, Schildkröten, Schlangen und Vögel).

Nutzung von Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, vor allem zur Anmeldung für eine Tierpatenschaft, während andere helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.